Probier mal die Orgel!

Orgelwochenende
Bildrechte: KG Velden

Probier mal die Orgel!

Am vergangenen Wochenende standen die Türen der Marienkirche in Velden weit offen und schon von Weitem konnte man immer wieder die Orgel in voller Lautstärke hören.

Zum Wochenende der offenen Orgel hatten sich 10 Familien angemeldet. „Ich hatte mit ein oder zwei Anmeldungen gerechnet. Dass sich 16 Kinder und fast genauso viele Erwachsene für das Angebot begeistern lassen konnten, habe ich nicht erwartet.“, sagt Magdalena Simon beeindruckt. Die Kirchenmusikstudentin hat im Rahmen der Kampagne „Mach Kirchenmusik“ und anlässlich des Jahres der Orgel die Aktion in ihrer Kirchengemeinde angestoßen und dank der niedrigen Inzidenzzahlen nun umsetzen können. Die Familien kamen jeweils einzeln und hatten viel Zeit sich die Orgel ganz genau anzuschauen.

Wer kann schon sagen, schon einmal in einem Instrument gestanden zu haben? Selbst in eine Tuba könne man nicht hineinklettern, da würde höchstens das Kuscheltier hineinfallen, stellte eine kleine Besucherin fest. Wer hätte gedacht, dass sich fast 1000 Orgelpfeifen in dem scheinbar kleinen Gehäuse verbergen? Wie funktioniert es eigentlich, dass die Luft in die Pfeifen kommt und was passiert, wenn der Orgel die Luft ausgeht? M. Simon erklärte die Funktionsweisen auf spielerische und interessante Art und Weise. Doch es blieb nicht nur bei der Theorie, alle Teilnehmenden durften die Orgel natürlich ausprobieren und lernten alle ein kleines Stück. „Das klingt ja wie Musik!“, sagte ein Vater fasziniert. „Die Überraschung, dass man ohne Vorkenntnisse in kurzer Zeit mit Händen und Füßen ein Lied lernen kann, das wirklich schön klingt, war für alle sehr groß. Ich hoffe, dass ich damit zeigen konnte, dass man keine Angst vor einer Überforderung haben muss und auch Kleinkinder durchaus in der Lage sind, mit diesem Instrument umzugehen.“ Magdalena Simon vertritt die Ansicht, dass Kinder ab etwa drei Jahren Orgel spielen lernen können. „Warum kann nicht auch die Orgel das erste Instrument sein, mit dem Kinder in Berührung kommen? Mittlerweile gibt es schließlich auch Orgelschulen, die speziell auf drei- und vierjährige Kinder ausgerichtet sind.“ Der kleinste Teilnehmer war noch keine zwei Jahre alt, doch die Begeisterung von der Königin der Instrumente war nicht zu übersehen. Fasziniert beobachtete er seine Hände, die die Tasten drückten und lauschte dem Ton, der daraufhin entstand. „Diese Faszination, die bei Klein und Groß ausgelöst wurde, kann ich gar nicht in Worte fassen. Es war sehr eindrücklich zu erleben, wie die Orgel mit ihrer Größe und ihrem Klangvolumen Münder offenstehen und Menschen staunen lässt. Ich hoffe sehr, dass die Orgel wieder mehr in den Blick unserer Gesellschaft rückt. Sie gehört seid Jahrtausenden zu unserer Kultur und ist, gerade aus dem christlichen Leben, nicht wegzudenken. Vielleicht hat das Wochenende der offenen Orgel ja einen Funken entzündet. Orgel lernen kann jeder, der sich von ihr begeistern lässt!“